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	<title>typoversell &#187; Pressefreiheit</title>
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		<title>Mani pulite</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 15:12:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medardus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Fr&#252;hjahr 1929 erschien in der &#8220;Weltb&#252;hne&#8221; ein Artikel mit dem Titel &#8220;Windiges aus der deutschen Luftfahrt&#8221;. Darin wird der heimliche Aufbau einer deutschen Luftwaffe durch die Reichswehr unter Umgehung des &#8220;Versailler Vertrages&#8221; geschildert. Gut zwei Jahre sp&#228;ter wurden der Autor des Artikels sowie der Herausgeber der &#8220;Weltb&#252;hne&#8220;, Carl von Ossietzky, wegen Landesverrats und wegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://typoversum.de/log/wp-content/uploads/2010/12/manipulite.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-494" title="manipulite" src="http://typoversum.de/log/wp-content/uploads/2010/12/manipulite-300x262.jpg" alt="manipulite" width="300" height="262" /></a></p>
<p>Im Fr&#252;hjahr 1929 erschien in der &#8220;<em>Weltb&#252;hne</em>&#8221; ein Artikel mit dem Titel &#8220;Windiges aus der deutschen Luftfahrt&#8221;. Darin wird der heimliche Aufbau einer deutschen Luftwaffe durch die Reichswehr unter Umgehung des &#8220;Versailler Vertrages&#8221; geschildert. Gut zwei Jahre sp&#228;ter wurden der Autor des Artikels sowie der Herausgeber der &#8220;<em>Weltb&#252;hne</em>&#8220;, Carl von Ossietzky, wegen Landesverrats und wegen Verrats milit&#228;rischer Geheimnisse angeklagt. Der sp&#228;tere Friedensnobelpreistr&#228;ger Carl von Ossietzky sa&#223; wegen Verrats milit&#228;rischer Geheimnisse 227 Tage in Haft.</p>
<p>1936 blieb Ossietzkys Stuhl bei der Preisverleihung in Oslo ebenso leer wie 74 Jahre sp&#228;ter der f&#252;r Liu Xiaobo &#8211; dieser, weil er f&#252;r seinen Einsatz f&#252;r die Menschenrechte in China 500 km von seiner Heimatstadt Peking entfernt in einem Gef&#228;ngnis &#8220;wegen Untergrabung der Staatsgewalt&#8221; eingesperrt ist, und jener, weil er, gezeichnet von der schweren Folter im KZ Esterwegen, von der Gestapo daran gehindert wurde, den Preis  pers&#246;nlich anzunehmen.</p>
<p>Im Herbst 1962 erschien im &#8220;<em>Spiegel</em>&#8221; ein Artikel mit der &#220;berschrift &#8220;Bedingt abwehrbereit&#8221;. Unter Berufung auf Ergebnisse eines NATO-Man&#246;vers aus dem selben Jahr zog der Artikel den Schluss, dass die Bundeswehr unter F&#252;hrung von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strau&#223; zu einer konventionellen Verteidigung konzeptionell nicht in der Lage sei, sodass im Ernstfall ein Angriff nur mit Hilfe westlicher Atomraketen abzuwehren w&#228;re.</p>
<p>Zweieinhalb Wochen nach Erscheinen des Artikels war die Redaktion des &#8220;<em>Spiegel</em>&#8221; f&#252;r mehrere Wochen von der Staatsanwaltschaft besetzt, einige Redakteure sowie ihr Chefredakteur und Herausgeber Rudolf Augstein verhaftet. Der Autor des Artikels, Conrad Ahlers, wurde auf Veranlassung von Franz Josef Strau&#223; von einem spanischen Milit&#228;rattaché des faschistischen Franco-Regimes in seinem Urlaubsort verhaftet. Kanzler Adenauer sprach im Bundestag &#8220;von einem Abgrund von Landesverrat&#8221; &#8211; wohlgemerkt: durch die Journalisten. Rudolf Augstein sa&#223; 103 Tage in &#8220;Untersuchungshaft&#8221;.</p>
<p>Am 28. November 2010 ver&#246;ffentlichte die Internetplattform &#8220;<em>WikiLeaks</em>&#8221; die &#8220;US-Botschafts-Depeschen&#8221; &#8211; bestehend aus &#252;ber einer Viertelmillion Seiten interner Berichte und Lagebeurteilungen der US-Diplomatie aus den Jahren 1966 &#8211; 2010. Wie schon bei fr&#252;heren &#8220;<em>Wikileaks</em>&#8220;-Ver&#246;ffentlichungen kommen auch diesmal Fakten an die &#214;ffentlichkeit, die f&#252;r verschiedene Regierungen unbequem sind -  darunter Informationen &#252;ber eine im Herbst 2008 wegen Piraterie geplatzte Panzerlieferung in den krisengesch&#252;ttelten S&#252;dsudan und die Rolle Kenias, der Ukraine und der Vereinigten Staaten in diesem Deal.</p>
<p>Am 7. Dezember 2010 wird der &#8220;<em>WikiLeaks</em>&#8220;-Gr&#252;nder Julian Assange wegen eines am 3. Dezember erlassenen schwedischen Haftbefehls in London festgenommen, nachdem ein vorhergehender Internationaler Haftbefehl, der wegen eines schwedischen Formfehlers nach einer Beschwerde von Assange au&#223;er Kraft gesetzt war, auf einen schwedischen Haftbefehl folgte, der wegen fehlender Verdachtsgr&#252;nde von der Stockholmer Staatsanw&#228;ltin l&#228;ngst aufgehoben worden war.</p>
<p>Der &#8220;<em>WikiLeaks</em>&#8220;-Gr&#252;nder sitzt in grauer Str&#228;flingskleidung mit Laptop-Verbot in einer Einzelzelle in Londoner Polizeigewahrsam &#8211; bislang ohne die  M&#246;glichkeit einer Freilassung auf Kaution. W&#228;hrenddessen suchen L&#228;nder wie Schweden, Australien und die Vereinigten Staaten nach Gesetzen, die es ihnen erm&#246;glichen w&#252;rden, eine Anklage zu formulieren und eine Auslieferung zu  erwirken.</p>
<p>Internationale Unternehmen wie Mastercard, Amazon und Paypal beenden auf politischen Druck hin die  Zusammenarbeit mit &#8220;<em>WikiLeaks</em>&#8220;. In einem Interview  des &#8220;<em>Tagesspiegel</em>&#8221; vom 6. Dezember 2010 mit dem  &#8220;<em>Zeit</em>&#8220;-Herausgeber Josef Joffe wird Julian Assange als Staatsfeind Nr. 1 in einem Atemzug mit Osama bin Laden genannt. US-Senator Mitch McConnell, Fraktionschef der Republikaner im US-Senat, nennt Assange einen &#8220;High-Tech-Terroristen&#8221;, der hinter Schloss und Riegel geh&#246;re. US-Senator Joe Lieberman regt an, den &#8220;Espionage Act&#8221;,ein US-Anti-Spionage-Gesetz, durch zwei Gesetzesvorlagen um Passagen zu erweitern, die es dann erm&#246;glichen w&#252;rden, Julian Assange und auch gleich noch die &#8220;<em>New York Times</em>&#8221; anklagen zu k&#246;nnen &#8211; frei nach dem fr&#246;hlichen Bruch des  rechtstaatlichen Grundsatzes: nulla poena sine lege (&#8220;keine Strafe ohne Gesetz&#8221;).</p>
<p>Immer, wenn Verfechter des freien Wortes eingesperrt werden, haben Macht und Milit&#228;r ihre schmutzige und oft blutbefleckte Hand im Spiel. Immer. Und sie biegen sich das Gesetz, wie sie es brauchen. Bis es bricht. Und dann machen sie sich ein neues.</p>
<p>Es wird Zeit, dass das endlich aufh&#246;rt.</p>
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